Buhlen um Amazon

AmazonHQ2

In den Büros der Wirtschaftsfördergesellschaften von amerikanischen Städten und Gemeinden ist wieder ein wenig Stille eingekehrt. Noch im September 2017 herrschte große Aufregung, denn für Schlagzeilen sorgte der Versandhändler Amazon. Am 7. September veröffentlichte Amazon die Ausschreibungs-Unterlagen für die Suche nach "Amazon HQ2", dem 2. Hauptsitz des Unternehmens. Versprochen werden 50,000 neue Jobs mit einem Durchschnittsgehalt von über $100,000 und etwa $5 Mrd. in Direktinvestitionen. (Amazons Ausschreibungsunterlagen)

Insgesamt 238 Angebote sind auf dem Tisch von Jeff Bezos gelandet. Darunter sind die Angebote von Großstädten wie Atlanta, Boston, New York, Washington, etc. und auch Angebote aus kleinen Städten wie Frisco, TX und LaGrange, GA. Neben lustigen Web-Videos (z.B. Frisco, TX) gab es teils auch kuriose Angebote: Die Stadt Stonecrest im US-Bundesstaat Georgia bot an, einen Stadtteil in Amazon, GA umzubenennen, sollte man den Zuschlag erhalten.

Amazon hat für die Vergabe eine kurze Liste mit wichtigen Kriterien erstellt, die erfüllt werden sollen:

  • Metropolregion mit min. 1 Mio. Menschen
  • Stabiles Geschäftsklima
  • Region in der auch Talent angeworben werden kann
  • In unmittelbarer Nähe zum öffentlichen Nahverkehr

Nicht alle 238 Angebote werden passend sein und diese Kriterien erfüllen. Allerdings hat alleine der Staat Georgia ca. 10 Grundstücke in und um Atlanta ins Rennen geschickt. Es liegt also viel Arbeit vor Amazons Team, diese Angebote zu bewerten. Der Stadt Atlanta werden insgesamt gute Chancen angerechnet - zumindest wenn man britischen Wettbüros glauben schenkt.

Ein Gerücht nannte ursprünglich den 1. Dezember 2017 als wichtigen Stichtag an dem die erste "Shortlist", also die Liste der in der engeren Auswahl stehenden Angebote, veröffentlicht werden sollte. Dies ist bisher nicht geschehen - die Auswertung nimmt einige Zeit in Anspruch.

 

Warum reißen sich Gemeinden und Städte um solche Projekte?

Die Strukturen in den USA sind weitaus föderaler als Deutschland. Gemeinden, Staaten und Städte finanzieren sich unmittelbar aus den Steuereinnahmen, die lokal erzeugt werden. Zusätzlich haben diese Ebenen eigene Entscheidungshoheit über Steuersätze und -Gesetze. Anders als in der EU ist es unter amerikanischen Bundesstaaten erlaubt durch Steuevergünstigungen aktiv Unternehmen anzuwerben.

Die zu erwartenden Steuereinnahmen durch Amazon spielen dabei die größte Rolle. Die unternehmerischen Gewinne müssen auf Bundesebene (z.B. 35%) und im Bundesstaat (z.B. 6-10%) versteuert werden. Städte und Gemeinden erheben in der Regel keine Gewinnsteuern sondern eine Vermögenssteuer auf Anlagenwerte von Unternehmen. Bei Privatpersonen wird die Steuer auf den Hauswert fällig. Diese Steuereinnahmen machen einen Großteil der städtischen Budgets aus.

Die Ansiedlung von Amazon trägt darüber hinaus enorm zum allgemeinden wirtschaftlichen Wachstum und Ansehen einer Stadt bei. Die indirekten Einnahmen die Amazon einer Stadt bringt sind daher ein beachtlicher Faktor in der Bewerbung.

 

Warum durchläuft Amazon diesen aufwendigen Prozess?

Für Amazon gilt es die Kosten zu optimieren. Das zu erwartende Gehaltsniveau wird wahrscheinlich aufgrund der Höhe keine Rolle bei der Auswahl spielen. Die anderen standortvariablen Kostenfaktoren werden sich allerdings gewaltig unterscheiden:

  • Unterschiede im Strompreis von teils 0.5 bis 2-3 cent pro kWh
  • Vermögenssteuern können sich teils um 50% bis 100% unterscheiden
  • Kosten für Land/Immobilien

 

Neben der Datenerhebung und des analytischen Vergleichs, erhofft sich Amazon natürlich eine Befreiung von einem Teil der zu erwartenden Steuerlast und die Gabe von sonstigen Anreizen im Rahmen der Wirtschaftsförderung: Infrastruktur Programme, Vermögenssteuer Befreiung, Cash Grants, Befreiung von der Einkommenssteuer, etc. - Es kann sich hier jährlich um mehrstellige Millionenbeträge handeln.

Die Preise für Strom, Gas, Wasser und Immobilien sind zudem sehr unterschiedlich innerhalb der USA. Der Vergleich mit Europa ist naheliegend: Die Preise zwischen Deutschland, Spanien, Italien, Schweiz, Österreich und Frankreich unterscheiden sich zum Teil gewaltig. Eine ausreichende Analyse dieser standortvariablen Kosten ist daher unabdingbar.

Die Wirtschaftsförderung ("Incentives") ist in vielen Fällen freiwilliger Natur und wird nur dem richtigen Projekt gewährt. Dabei spielt nicht unbedingt die Projektgröße eine Rolle. An erster Stelle steht "Wettbewerb", denn nur Projekte mit einer Wettbewerbskomponente, also wo eine Stadt im Wettbewerb mit anderen Standorten liegt, ist in der Lage speziell gefördert zu werden. In den meisten Fällen verlangt die Verfassung von Bundesstaaten, dass nur dann Förderung vergeben wird, wenn das Projekt im Wettbewerb steht.

Wirtschaftsförderung ist für viele Unternehmen eine attraktive Komponente bei der Standortwahl. Ein unpassender Standort wird allerdings auch mit viel Geld nicht besser. Die Förderung kann jedoch einzelne Standortnachteile, z.B. den noch nicht vorhandenen Wasseranschluss oder die Erweiterung einer Zufahrtsstraße, ausgleichen. Ein passender Standort wird durch diese Förderung gegenüber dem Wettbewerb aufgewertet.

 

NAVIGOs Ansatz bei der Standortwahl

Unsere Mandanten sind keine Amazons und dergleichen. Unsere Mandanten sind in der Regel kleine und mittelständische Produzenten aus dem deutschsprachigen Raum. Das Investitionsvolumen beträgt in der Regel zwischen $10 und $40 Millionen und der Schaffung von 70 bis 200 Arbeitsplätze. Trotzdem erhalten wir in der Regel zwischen 90 und 140 versch. Angebote. Für amerikanische Gemeinden ist das europäische "Foreign Direct Investment" ein Garant für erfolgreiche Unternehmen und sichere Arbeitsplätze. Wir helfen unseren Mandanten bei der richtigen Auswertung und Bewertung dieser Datenflut.

Unser Fokus bei einer Standortwahl liegt auf vier wesentlichen Punkten:

  1. Analyse der technischen und logistischen Anforderungen an einen Standort
  2. Erhebung & Optimierung standortvariabler Kosten
  3. Schaffung sachlicher Grundlagen für die Standortentscheidung
  4. Durchgängige Dokumentation der Entscheidungsprozesse

Amazons Projekt sorgt sicherlich für Schlagzeilen. Allerdings stehen hier nur echte Großstädte im Wettbewerb. Die kleinen Städte und Regionen, wo Sie viel eher zu Hause wären, bewerben sich lieber auf bodenständigere Projekte. Dabei erleben wir oft den selben Effekt: Euphorie und Wettbewerb.

Wenn wir Sie bei Ihren anstehenden USA-Plänen unterstützen können würden wir uns über eine Email oder einen Anruf freuen. Bitte beachten Sie, dass mind. 24 Monate vor geplantem Produktionsbeginn der richtige Zeitpunkt für ein Gespräch wäre.

 

Sebastian Eich
Managing Director
Tel: +1 404-692-1740
Email: s.eich@navigo-group.com

Clothing discount store KiK to follow LIDL and ALDI into U.S.

German company Tengelmann, announced today that it plans to open discount clothing stores under its Kik brand in the U.S. by 2019. The announcement, which was part of the company's 150 year celebrations, comes amid a trend of other German retailers pushing into the U.S. market.

Tengelmann is no stranger to North America. The company operated the grocery chain 'Great Atlantic & Pacific Tea Co. (A&P)' from the 1970s until about 2010, when the recession forced Tengelmann to exit the venture.

German grocery store LIDL opened its first stores in the U.S. in June 2017 and ALDI, which operates in the U.S. for many years, plans to invest more than $3bn into 2,500 new stores in the next five years. 

German language newspaper 'Sueddeutsche Zeitung' published an article highlighting the announcement as well: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kaisers-tengelmann-auf-in-die-usa-1.3586058

NAVIGO als Sprecher auf #SOGO Summit in Augusta, GA

Atlanta/Augusta. 27. März 2017. Auf Einladung des Bürgermeisters Hardie Davis der US-Stadt Augusta im Bundestaat Georgia hat NAVIGO am 23. März als Panel-Sprecher am #SOGO Summit teilgenommen. Die Initiative #SOGO (South of Gordon) wurde als Initiative der Stadtentwicklung ins Leben gerufen.

Sebastian Eich war als Vertreter von NAVIGO zu dem Event vor Ort und sprach neben weiteren Fachleuten über die Themen lokale Wirtschaftspolitik, Stadtentwicklung und Ansiedlung von Fabriken. Der Vertreter des Eigentümers der ungenutzten Regency Mall, James McKinnon, sprach vor den fast 40 Teilnehmer, über die Möglichkeiten für eine Neu-Entwicklung des Grundstücks und der umliegenden Parzellen.

"Augusta ist in eine Kleinstadt in ländlichem Umfeld und daher sehr attraktiv für die Ansiedlung Europäischer Investoren." bestätigt Sebastian Eich, Managing Director von NAVIGO Corp. "Die Region ist sehr stark im Bereich Gesundheitswesen und durch den Cyber Command der US-Bundesregierung sehr attraktiv für IT-Dienstleister und Softwareanbieter. Die Unternehmen EZ-GO und Club Car, beides Hersteller von kleinen Elektrofahrzeugen (Golf Carts), zeugen zusätzlich von Know-How zu Elektromobilität in der Region. Die Gemeinde sollte das Standortmarketing auf diese drei Säulen stützen".

Bürgermeister Davis hat sich zufrieden über den Konsens geäußert und erwartet weitere #SOGO Summits in 2017 und 2018. Die anwesenden Mitglieder des Stadtrats sprachen sich positiv über die Teilnahme des Eigentümers aus.

Die Wirtschaftsförderung von Augusta ist erst vor kurzem dem European American Investment Council (EAIC) beigetreten und will verstärkt um europäische Investoren werben. NAVIGO betreut jedes Jahr etwa acht bis zehn solcher Investoren bei der Standortwahl in den USA und Sebastian Eich sitzt im Advisory Council des EAIC.

Weitere Informationen:

Sebastian Eich
Managing Director
NAVIGO Corp.
675 Ponce De Leon Ave, Suite 8500
Atlanta, GA 30308
USA
Telefon +1 404 692 1740
eMail: s.eich@navigo-group.com
http://www.navigo-group.com

Über NAVIGO
NAVIGO ist ein internationaler Dienstleister mit Büros in Atlanta, GA und Miami, FL. Das Unternehmen berät deutsche Investoren und Hersteller bei der erfolgreichen Standortwahl, Ansiedlung und Vertrieb in den USA. NAVIGO unterhält zudem ein Gründerzentrum in Carrolton, GA, einem Vorort von Atlanta, und betreut dort Hersteller beim Vertrieb von Waren und Produkten im amerikanischen Markt. (www.navigo-group.com)

Über EAIC
Das European American Investment Council ist eine Vereinigung amerikanischer Städten und Gemeinden und sitzt in Berlin. Die Organisation fördert die Beziehung zu Europäischen Investoren und Unternehmen und bewirbt die Regionen einzelnen Mitglieder. Gemeinden und Städte mit Interesse an Ausländischen Investitionen können sich um eine Mitgliedschaft bewerben. Das EAIC organisiert jedes vier bis fünf Delegationen amerikanischer Gemeinden nach Europa. (www.eaic-fdi.com)

 

https://trendkraft.de/wirtschaft-geschaeft/navigo-als-sprecher-auf-sogo-summit-in-augusta-ga/